MGS-Delmenhorst / 290 I.D / Geschichte

Geschichte

Kleine Divisions-Chronik der 290 ID "Schwertdivision" (Wehrmacht) [b]

Am 5.2.40 beginnt in Munsterlager die Aufstellung der Division als achte Welle. Sie wird fürs Feld ausgerüstet, ausgebildet und Mitte Mai 1940 in die Eifel transportiert. Bei Juenkerath überschreitet sie die belgische Grenze und maschiert über Houffalize, St. Hubert, Nouzonville, St. Quentin nach Crepy bei Laon. Anfang Juni 1940 greift sie am Oise-Kanal an, der verbissen verteidigt wird, besonders bei Pinon und Anizy. Nach Niederringen feindlicher Widerstandsnester südlich des Kanals wird Soissons eingenommen. Den verwundeten 1. DivKdr, General Dennelein, löst GenMaj Freiherr von Wrede ab. Ohne Kampf geht die Division vor Chateau-Thierry, Nogent, Sens bis Gien (Loire) und übernimmt nach dem Waffenstillstand am 22. Juni 1940 den Küstenschutz an der Loiremündung und an der bretonischen Südküste. In der ersten Märzhälfte 1941 werden die Einheiten in den Raum Graudenz (Ostpreusen) verlegt. Sie rücken bis Mai vor an die Memel und stellen sich Mitte Juni bereit im Grenzforst bei Wischwill. Am 22.6. 1941 beginnt das Unternehmen Barbarossa. Befehlsgemäß überwindet die Division die russische Grenzwacht und es folgt dann den vorstoßenden schnellen Verbänden. Innerhalb von zwei Wochen werden Litauen und Lettland durchquert, durchweg auf beschwerlichen Wegen. Jenseits der lettischen-russischen Grenzen versteift sich der gegnerische Widerstand. Nach harten Kampfe werden die Erdbefestigungen der Stalinlinie durchstoßen, die Städte Ssebesh und Indriza werden genommen.Überrannte russische Truppen formieren sich neu und setzen den Kampf hinter den Sturmdivisionen fort. Unsere Marschkolonnen müssen sich ständig sichern und Sümpfe und Wälder abseits der Wege durchkämmen. In den Kämpfen um üdie Feldbefestigungen vor Staraja Russa erleiden beide Seiten empfindliche Verluste. Vor der Eroberung Staraja Russas entsteht eine bedrohliche Lage, die Russen umfassen mit starken Verbänden unseren Einschlieszungsring. Gemäß neuem Auftrag setzt die Division über die Flüsse Lowatjj und Pola bis Kolpinka vor. An der Kolpinka besetzt sie mit zunächst zwei Regimenter 70 Km Stellungen. Ein Regiment ist der 30. Division unterstellt. In den Stellungskämpfen wird eine Winterlinie eingerichtet. Anfang 1942 sinkt die Temparatur auf 40 bis 50 Grad Minus. Südostwärts des Ilmensees hatte der See eine feste Decke. Unsere Bekleidung reicht nicht aus, wohl aber die der Russen. Mit schweren Waffen brechen sie am Ilmensee und am Seligersee durch und umfassen je drei Divisionen des II. und des X. Korps, darunter die 290 ID. Die eingeschlossenen Divisionen werden dem II. Korps ( KomGen Graf Brocksdorff-Ahlefeld) unterstellt und müssen von Pleskau aus über den kleinen Flugplatz Demjansk aus der Luft versorgt werden. Die Verpflegung wird um ein Drittel gekürzt. Der Gegner versucht mit einer kühnen Luftlandung mitten in der Grafschaft Demjansk , die 290. und die SS-T-Division von ihrem Nachschub abzuschneiden. Ein rasch formiertes Bataillon zersprengt die auf 6000 Mann verstärkte russische Brigade und vernichtet sie. Ein auf die Rollbahn bei Zemena gerichteter russischer Angriff scheitert an der Abwehr der rückwärtigen Einheiten und Staebe. Im April 1942 wird eine schmale Landbruecke nach Staraja Russa erkämpft. Durch diesen Schlauch, durch den auch eine Feldbahn gelegt wurde, werden dem Brückenkopf panzerbrechende Waffen, Geschütze und Pferde zugeführt. Die Verpflegung ist wieder normal. Der Gegner versucht, die 290. ID abzuriegeln oder sie von ihren Höhenstellungen zu werfen, Naljutschi, Kurlandskoje, Strelizy und Tuganowo sind die Brennpunkte. Der Druck auf den Kessel Demjansk und auf den Schlauch haelt im Sommer und Herbst 1942 unvermindert an und steigert sich in der russischen November-Offensive. Besonders gefährdet ist immer der Abschnitt der 290. ID. Für den verwundeten DivKdr Wrede hat GenMaj Heinrich die Führung übernommen. Ab Mitte Februar 1943 ziehen sich die Divisionen, obwohl heftig vom Gegner bedrängt, planmäßig aus dem Kampfraum Demjansk zurück. Die 290er werden zwecks Auffrischung nach Dedowitschi (suedlich Dno) verlegt. Nach der Schlammzeit kündet sich eine russische Offensive gegen den Nordpfeiler der Ostfront an. Die Division bezieht Stellung südlich des Ladogasees. Ssinjawinohoehen, Elektroschneise, Wenglerkopf bleiben allen mit den Vorstellen eines erbitterten Kampfes in eine gnadenlosen Sumpf und Mückenlandschaft verbunden. In den vier Monaten der 3. Ladogaschlacht büßt die Division ein Drittel ihres Bestandes ein. Im Oktober-November 1943 werden die Einheiten, wie sie mit der Bahn angekommen, am Südflügel der Heeresgruppe Nord in den Kampf geworfen. Der Russe ist bei Newel durchgebrochen. Trotz erdrückender übermacht, vor allem auch an schweren Waffen, gelingt ihm nicht der Durchstoß ins Baltikum. Die Nordfront muß aber auf die vorbereitete Pantherlinie zurückgenommen werden. An drei weit auseinanderliegenden Fronten zwischen Nowgorod und Indriza wird die Division eingesetzt, bis sie sich nach eingetretenen Tauwetter bei Schwary (südlich Idriza) sammeln kann. GenLt Heinrichs übergibt die Führung an GenLt Henke. Wenn auch hier im April und Mai 1944 der feindliche Druck völlig nachläßt, so besteht doch über kommende neue Angriffe kein Zweifel. Sie erfolgen beiderseits Witebsk und richten sich wieder auf das Baltikum Die 290. Division wird bei Schwary herausgezogen und sofort vor Polozk wieder eingesetzt. Sie gerät in das Gedränge zersprengter Verbände und vorstoßenden Feindtruppen und kann sich nur mit Möhe die Rückzugsstraße frei kämpfen, um befehlsgemäß vor dem Gegner die Brücken in Dünaburg zu erreichen. Eine Verbindung mit der Heeresgruppe Mitte besteht nicht mehr; der Landweg nach Ostpreußen ist abgeschnitten. Die Heeresgruppe Nord wird auf den kurländischen Raum abgedrängt. In sechs Kurlandschlachten (20.10.44 bis 31.3.45) wird der Raum zwar enger, aber er wird gehalten bis 9.5.1945 zur Kapitulation. Auszug aus dem Buch 1970 290. Infanterie-Division Chronik in Bildern Selbstverlag: Kameraden-Hilfswerk 290 ID e.V. Delmenhorst Literatur siehe Link Literatur 290 ID u.a. 290. Infanterie-Division 1940 - 1945 - Josef Bauer, Selbstverlag Kameradenhilfswerk 290. Inf.Div., Delmenhorst 1960. 290. Infanterie-Division "Chronik in Bildern" - Heinrich Behrens, Selbstverlag Kameradenhilfswerk 290. Inf.Div., Delmenhorst 1970. Die 290. Infanterie-Division - Traditionsverband 1981. Weg und Schicksal der bespannten 290. Infanterie-Division - Berndt von Bock und Polach/Hans Greve, Podzun-Pallas-Verlag, Friedberg 1986. Das Artillerieregiment 290 Ausgabe 1940 nach dem Westfeldzug. Tagebuch IR 503 von Erich Kieserling. Ausgabe 1997. Zusammenfassung der Artikel in "Alte Kameraden" als Buch. Je -1- Buch ist im Archiv vorhanden. Eine Neuauflage ist nicht vorgesehen. In Frieden:[/b]

Das erstes Bundestreffen der ehem. 290 ID fand am 8. / 9. Mai 1954 in Delmenhorst statt. 1963 wurden das erstemal die ehemaligen Kriegsgegner in Frankreich besucht. Es folgten Gegenbesuche. [b]Das 20. Bundestreffen [/b] fand 2007 gemeinsam mit der Kameraden vom IR 65 statt. Es war das letzte Treffen der "Alten Kameraden" [u][b]Weiter Treffen sind nicht mehr geplant. Am jährlich stattfindenden Volkstrauertag treffen sich noch die Kameraden die in der Nähe wohnen [/b] [/u] Info: TV 290 ID Postfach 1701 27753 Delmenhorst oder E-Mail: rainerschiller71@t-online.de